Wächterpreis für Peter Pauls und sein Team des Kölner Stadt-Anzeigers

Wir freuen uns, heute unserem Vorstandsmitglied Peter Pauls , bis vor kurzem Chefredakteur des „Kölner Stadt-Anzeiger“, und seinem damaligen Team zur Verleihung des Wächter-Preises gratulieren zu dürfen. Natürlich gilt unser Glückwunsch auch den Redaktionen von „Express“ und „Kölnischer Rundschau“, die ebenfalls ausgezeichnet wurden.


Als „Beispiel für die Lebendigkeit und Leistungsfähigkeit des regionalen Journalismus“ sind die Redaktionen von „Kölner Stadt-Anzeiger“, „Express“ und „Kölnische Rundschau“ in Frankfurt mit dem Wächterpreis der Tagespresse ausgezeichnet worden.

Der Vorsitzende der Jury, Hermann Rudolph, hob in seiner Laudatio hervor, dass bei der diesjährigen Auswahl kein Weg an der Aufarbeitung der Kölner Silvesternacht 2015 durch die drei Zeitungen und an ihrer „Teamleistung“ vorbeigeführt habe. Sie hätten Gewaltexzesse gegen Frauen sowie die Schwächen und Versäumnisse der Kölner Behörden zu einem bundesweiten Diskussionsthema gemacht. „Selten hat ein Vorgang die Öffentlichkeit so bewegt“, die Silvesternacht habe „die Flüchtlingspolitik in Deutschland verändert“, so Rudolph.

Der Passauer Politologe Heinrich Oberreuter warnte in seiner Festrede vor einer „Entfremdung“ der Eliten, in deren Zusammenspiel auch die Medien ihre Rolle hätten, von der „Normalität der Gesellschaft“. Journalisten hätten eine Verantwortung für die Stabilität der Demokratie. Sie dürften dies allerdings nicht mit „Volkspädagogik“ verwechseln, sondern müssten umfassend und rückhaltlos auch über Realitäten berichten, die „potenziell negative Stimmungen“ zur Folge haben könnten.

Der Frankfurter Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD), Gastgeber der Preisverleihung im Kaisersaal des Frankfurter Römer, wünschte sich, dass die Medienschaffenden in ihrer Arbeit auch ihre eigene emotionale Beteiligung erkennen ließen. „Machen Sie Gefühle transparent, legen Sie die – bestimmt auch heftigen – Diskussionen in den Redaktionen offen.“ Das sei gut für das Verhältnis zum Publikum.

Der Chefautor und frühere Chefredakteur des „Kölner Stadt-Anzeiger“, Peter Pauls, sprach in einem kurzen Dankeswort von Ermutigung und Anerkennung, die der Preis für ihn und alle seine Kollegen bedeute. „Dieser Erfolg ruht auf vielen, vielen Säulen.“

Weil erstmals in der fast 50-jährigen Geschichte des Wächterpreises die Teamleistung dreier Zeitungen prämiert wurde, wurden der erste und zweite Preis mit einer Dotierung von zusammen 20.000 Euro gebündelt. Der dritte Preis (4000 Euro) ging an Roland Muschel von der Ulmer „Südwestpresse“. Er hatte geheime Nebenabsprachen des grün-schwarzen Regierungsbündnisses in Baden-Württemberg aufgedeckt, die nicht im Koalitionsvertrag enthalten, aber mit erheblichen finanziellen Folgen für den Landeshaushalt verbunden waren. Eine umfassende Dokumentation der preisgekrönten Recherchen unter: www.anstageslicht.de/silvesternacht

Quelle: www.ksta.de