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DUP Unternehmer Tag

31. Oktober um 15:30 - 22:00

Beim DUP UNTERNEHMER TAG treffen sich Vertreter:innen zukunftsorientierter Unternehmen zum Austausch. Wir bieten wir Ihnen die Gelegenheit, sich mit führenden Unternehmer:innen, innovativen Start-ups und visionären Führungskräften aus verschiedenen Branchen zu vernetzen.

Der Kölner Presseclub war in diesem Jahr Kooperationspartner.

Fotos: Thomas Leege

DUP Unternehmertag in der Volksbühne am Rudolfplatz

T wie Telekom, Transformation oder Tim. Timotheus Höttges ist im 24. Jahr bei der Deutschen Telekom AG, seit 2014 Vorstandsvorsitzender und damit Chef von 211 000 Mitarbeitern. Im Gespräch mit Jens de Buhr, Herausgeber des DUB Unternehmer-Magazins, erzählt er, warum er in Vorstellungsgesprächen gerne nach dem Knacks im Leben seiner zukünftigen Angestellten fragt. Wer  investiert schon so viel Lebenszeit in seinen Beruf ohne einen kleinen Dämon, der täglich von Neuem piesackt? Auch er selbst sei stark durch die Kindheit in Solingen geprägt. Ein „Nein“ habe er nie akzeptieren können, meistens habe ihn das zum Gegenteil motiviert. Darüberhinaus kultiviert er viel Ehrgeiz, der sich auch im Kampf um jeden Ball auf dem Golfplatz zeigt. Weder dort noch im Büro wolle er geliebt werden.

Aber es soll locker zugehen im Unternehmen. Bei der Telekom duzt man sich und der Dresscode verlangt weder nach gebügelten Hemden noch nach Krawatten. Der Chef trägt an diesem Abend durchgehend schwarz (ohne Kragen) mit passender Kastenbrille.

Vieles von dem, was die Telekom heute ausmache, habe er in den USA gelernt. Raus aus der eigenen Bubble und schauen, was man von den anderen lernen könne. Seit zehn Jahren  fahre er deshalb einmal im Jahr ins Silicon Valley. Darüberhinaus nach Israel und auch nach Asien. Besonders Korea, ein kleines Land im enormen Wettbewerb, fasziniere ihn. Dort werden mehr als 5 % des Bruttoinlandsprodukts für Innovationen ausgegeben.

Auch China überrasche ihn, weil es sich nicht durch Embargos aufhalten lasse. Im Gegenteil, die Embargos scheinen zu beflügeln. Die Menschen dort arbeiteten sieben Tage die Woche. Und die Schnelligkeit, mit der Innovationen umgesetzt würden, stimme ihn nachdenklich. In Deutschland brauche es allein zweieinhalb Jahre, um eine Mobilfunkantenne aufstellen zu können. Tim Höttges sieht die Gefahr, dass Europa bald abgehängt werde, wenn es nicht bald aufwache und einen Masterplan entwickele. Viel zu langsame Entscheidungen, das Prinzip der Einstimmigkeit in der EU und auch die Blockaden der einzelnen Bundesländer verhinderten den Wandel.

Eine Chance sieht er in der künstlichen Intelligenz. Es gebe keinen einzigen Beruf, der sich nicht mit KI beschäftige. Sie werde den Menschen zwar nicht ersetzen, aber die Strukturen der Unternehmen würden sich verändern und man bekäme schnellere Lösungen.

„In autoritären Regimen geht alles schneller als in Demokratien. Die Bundesrepublik ist kompliziert angelegt“ erklärt Wolfgang Bosbach in einer zweiten Gesprächsrunde mit Ex-Ministerin Brigitte Zypries (Moderation), Professor  Dr. Hubertus Bardt, Geschäftsführer Institut der deutschen Wirtschaft Köln und Dr. Alexander Glätzle, Gründer des  Münchner Quantencomputer-Startup planqc.

„Die Deutschland-Geschwindigkeit“ ist Thema des Abends. „In Summe fehlt die Aufbruchgeschwindigkeit“ so Hubertus Bardt. Seit 2018 stagniere die Industrie und der Mittelstand sei frustriert über die Regulierungen. Aber vorsichtiger Optimismus, den Strukturwandel schaffe man zwar nicht im nächsten Jahr, doch im internationalen Vergleich sei Deutschland gar nicht so schlecht aufgestellt. Und er sei überzeugt davon, man könne auch schneller Die Deutschen seien gut darin, Sachen besser zu machen, die schon da seien.

Einer der schnell ist und auch noch innovativ: der Tiroler Physiker Alexander Glätzle. Mit seinem Startup Planqc, gegründet im Frühjahr 2022,  gewann er die Ausschreibung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt. Innerhalb von nur dreieinhalb Jahren soll er nun einen Neutral-Atom-Quantencomputer bauen. Daran scheiterten schon viele große Tech-Unternehmen.  Jammern über mangelnde Unterstützung könne er sich nicht leisten: „Wir müssen Zweckoptimisten sein“. In Deutschland laufe die öffentliche Förderung gut, weltweit sei die Konkurrenz sogar „neidisch“.  In Europa mangele es nicht an Geld, aber an privaten Investoren , die bereit wären, mal eben 300 Millionen Euro  in junge Start Ups zu investieren. Und die seien doch der Motor der Zukunft.

 

Ulrike Brincker

Details

Datum:
31. Oktober
Zeit:
15:30 - 22:00
Veranstaltungskategorie:

Veranstaltungsort

Volksbühne Köln
Aachener Str. 5
Köln, 50674
Google Karte anzeigen

Details

Datum:
31. Oktober
Zeit:
15:30 - 22:00
Veranstaltungskategorie:

Veranstaltungsort

Volksbühne Köln
Aachener Str. 5
Köln, 50674
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