NEWSLETTER 27.02.2026
Während Köln über einen weiteren Stadtbahn-Tunnel streitet, plant die Deutsche Bahn ein Projekt mit ähnlichen Ausmaßen.
Sehr geehrte Mitglieder,
liebe Freundinnen und Freunde des Kölner Presseclubs,
im regionalen Bahnverkehr soll vieles besser werden. Nicht sofort. Aber in etwa zwei Jahrzehnten. Das hört sich weit weg an, stellt bei Großprojekten dieser Art mittlerweile wohl eher einen Wimpernschlag in der Verkehrsgeschichte dar. Köln soll nicht nur eine Ost-West-Achse im innerstädtischen Stadtbahn-Verkehr bekommen, sondern auch eine „Westspange“ für die neue S-Bahn.
Diese ist so großflächig geplant, dass sogar der Name geändert wird – von „S-Bahn Köln“ zu „S-Bahn Rheinland“. Denn das Streckennetz sieht künftig viele Verbindungen weit über die Kölner Stadtgrenzen hinaus vor. Nach Bonn oder auch in die Eifel. Für den Ausbau bedeutet das nicht nur mehr Züge, sondern auch: mehr Haltestellen.
Im Kölner Westen und Süden soll sich das besonders bemerkbar machen. Drei neue S-Bahnhöfe sind für die „Westspange“ geplant: Moltkestraße/Aachener Straße, Weißhausstraße und Klettenberg. Zwei von ihnen sollen einen Anschluss an die KVB erhalten. An der Moltkestraße soll also neben dem geplanten Start des U-Bahn-Tunnels auch noch ein S-Bahnhof hinzukommen.
Während Köln mit dem Tunnel noch ringt und trotz aller politischen Beschlüsse immer wieder Zweifel an der Umsetzung aufkommen, ist aus meiner Sicht bei der Deutschen Bahn genau das Gegenteil der Fall – mit einem durchaus ambitionierten Zeitplan. Sie sagt, bis 2040 soll die „S-Bahn Rheinland“ umgesetzt sein. „Zusätzlich zu bestehenden Regionallinien soll zukünftig beispielsweise alle 20 Minuten die neue S-Bahn-Linie S 15 zwischen Köln und Kall in der Eifel fahren. Dafür wird die Eifelstrecke ab Hürth-Kalscheuren ebenfalls für die S-Bahn ausgebaut.“
Der Aus- und Neubau ist in der Eifel auch schon seit vielen Monaten zu beobachten, während die Arbeiten in Köln wenig bis kaum sichtbar sind. Auf der mehr als 100 Kilometer langen Strecke bis nach Trier werden massive Betonfundamente gegossen, damit dort später Masten für Oberleitungen befestigt werden können. Nach der Flutkatastrophe 2021 ist die Strecke zwar wieder befahrbar, wird aber immer noch mit Dieselzügen betrieben. Das soll sich mit den S-Bahnen ändern.
Wie aber sollen noch mehr Züge zu mehr Angebot führen, das auch noch pünktlich ist? Die Bahn setzt hierbei darauf, dass die Regionalzüge künftig eigene Gleise bekommen. „Aktuell teilen sich auf der stark befahrenen Strecke zwischen Köln Hansaring und Hürth-Kalscheuren der Fern-, Güter- und Regionalverkehr die Gleise. Das führt zu Engpässen und Verspätungen. Durch den Ausbau der Westspange wird die Strecke zukünftig über zwei eigene S-Bahn-Gleise verfügen„, heißt es. Mit der separaten Infrastruktur für die S-Bahn werde eine Entflechtung der verschiedenen Verkehre möglich – das sorge dann letztlich für weniger Verspätungen. Die beiden Punkte „Stabiler Fahrplan“ und „Zuverlässiger Bahnbetrieb“ werden als Hauptziele der Bahn für die neue Strecke im Kölner Westen genannt.
Die neuen S-Bahnen, die auf der „Westspange“ verkehren sollen, haben die Nummern 15, 16 und 17. Sie sollen innerstädtisch alle zehn Minuten fahren – außerhalb im 20 Minuten-Takt. Das klingt für Sie alles zu schön, um wahr zu sein? Die Bahn hat die Zukunftsszenarien animiert und lässt somit einen Blick ins Jahr 2040 zu. Schauen Sie hier mal nach!
Für die Anwohner soll sich auch etwas verbessern. So soll ein neuer Schallschutz vor allem dafür sorgen, dass die rumpelnden Güterzüge in den Kölner Nächten weniger ratternd zu hören sind. Letztlich soll die „Westspange“ die Verbindung schlechthin zur Stadtbahn und zu den Buslinien der KVB sein. Und da sind wir dann wieder beim umstrittenen U-Bahn-Tunnel angekommen. Ob er nun kommt? Neue Antworten gibt es vielleicht von Oberbürgermeister Burmester, wenn er am 24. März im Kölner Presseclub ist!
Bis dahin verbleibe ich mit aufbauenden Grüßen
Ihr
David Rühl