NEWSLETTER 23.01.2026
Es gibt nicht nur Krisen bei Zeitungen, Privatfernsehen und Rundfunk. Die Probleme der Lokalradios in NRW nehmen ebenfalls rasant zu.
Sehr geehrte Mitglieder,
liebe Freundinnen und Freunde des Kölner Presseclubs,
in den vergangenen 35 Jahren hat sich in unserem Bundesland ein weltweit einmaliges System entwickelt: jede Großstadt und auch fast jeder Kreis hat ein eigenes Lokalradio. Derzeit sind es 44 dieser lokalen Radiosender in Nordrhein-Westfalen. Sie decken die Millionenstadt Köln ab, aber mit „Radio Kiepenkerl“ beispielsweise auch den Kreis Coesfeld. Doch mit dieser Vielfalt im NRW-Medienmarkt könnte es bald zu Ende sein. Denn der NRW-Lokalfunk steckt in der schlimmsten finanziellen Krise seiner Geschichte – und ein Ende ist nicht in Sicht.
Das trifft die örtlichen Verlage mit ihren Lokalzeitungen. Sie betreiben die Lokalradios. Drei Jahrzehnte warf das Geschäft mit den Radios überwiegend Gewinne ab. Doch nun bricht auch der Markt mit der Radiowerbung stark ein und erwischt die Lokalradios eiskalt. Gleichzeitig schalten weniger Hörer ein. Die Gründe dafür sind vielfältig.
Zunächst einmal wird allgemein zwar so viel Audio gehört wie noch nie; das bedeutet aber nicht unbedingt, dass deshalb das Radio öfter eingeschaltet wird. Podcasts, Musik-Streamingdienste und die Verbreitung von Radioprogrammen über das Internet haben dem klassischen UKW-Radio stetig Hörer gekostet. Durch immer mehr Angebot geriet vor allem das Lokalradio ins Hintertreffen.
Die NRW-Lokalradios haben den Schritt ins Digitalradio DAB+ erst vor wenigen Wochen geschafft. Andere Sender sind derweil auf diesem Verbreitungsweg schon seit Jahren zu empfangen. Wer sich ein neues Auto kaufte, der konnte teilweise gar keinen UKW-Sender mehr einschalten. Das Lokalradio verstummte, weil es nur mit veralteter Technik noch zu seinen Hörern fand.
Zusätzlich scheint auch der Trend des klassischen Chart-Radios (gepaart mit lokalen Informationen) gebrochen zu ein. Massenprogramme wie die Lokalradios, aber auch WDR2 oder SWR3 verlieren seit Jahren an Reichweite. Vor allem dieser Hintergrund macht den Lokalradios nun zu schaffen. Denn neben dem problematischen Werbemarkt gehen auch noch die Einschaltquoten zurück. So verbleiben immer weniger Einnahmen.
Die Konsequenz: In den vergangenen Wochen wurden im Rheinland zahlreichen Redakteuren die Kündigungen zugeschickt. Ich kenne einen Fall, bei dem es nach mehr als 30 Jahren Betriebszugehörigkeit noch nicht einmal ein persönliches Gespräch gab. Das zeigt, wie schnell plötzlich alles gehen muss. Was aber nicht bedeutet, dass mit der Quote auch gleich der Anstand beim Arbeitgeber sinken muss. Mir tut die Entwicklung weh. An meine Zeit im Lokalfunk erinnere ich mich gerne zurück. Mittlerweile beschäftigt so mancher Lokalsender kaum noch mehr als zwei Redakteure in Vollzeit.
Jetzt sollen auch noch die Redaktionsräume zusammengelegt werden. So entstehen in Köln und Bonn derzeit Funkhäuser, in denen insgesamt sieben Lokalradios aus dem Rheinland untergebracht sein sollen. Das heißt: Lokalsender sollen künftig fernab des eigenen Sendegebiets ihr Programm produzieren. In dieser Not soll auch der WDR, der eigentlich Mitbewerber ist, intern geprüft haben, ob er Räume vermieten kann.
Mit dem Funkhaus-System entsteht ein Lokalprogramm „aus einem anderen Land“, sozusagen. Das könnte noch seltsame Blüten treiben. Radio Leverkusen empörte sich in den vergangenen Tagen, dass in der Stadt FC-Fanartikel verkauft werden. Bald sitzt der Sender selbst in der „Stadt met K“. Und das Programm für den Kreis Düren soll künftig aus dem bis zu 100 Kilometer entfernten Bonn kommen.
Es gibt aber auch noch eine andere Perspektive: während die einstigen Marktführer verlieren, gewinnen Spartensender kontinuierlich hinzu. Als Beispiele genannt sind: der Rock-Sender BOB, Klassik Radio oder Schlagerparadies. Und neu im Markt ist: Kölsch Radio. Es gibt sie also noch, die guten Nachrichten aus dem Radiomarkt.
Aufmunternde Grüße
Ihr
David Rühl
















den Abdichtungs- und Betonschichten zu untersuchen“, wie es offiziell heißt. Zuvor wurde im Sommer verlautbart, dass bei einer einzelnen Stütze „in einer vertieften Voruntersuchung mit Probenentnahmen“ festgestellt worden sei, dass sie nicht mehr die vorgeschriebene „Betonqualität“ aufweise.