Newsletter vom 19.11.2020


Corona treibt die Digitalisierung der Museen voran

Sehr geehrte Mitglieder,
liebe Freundinnen und Freunde des Kölner Presseclubs,

In den Tagen Mitte November steht für viele Kunstbegeisterte normalerweise ein Messebesuch fest auf dem Programm, denn traditionell öffnet die „Fine Art Cologne“ dann ihre Tore. Corona bedingt hätte es diesmal die – aus dem April in den Herbst verlegte – „Art Cologne“ sein sollen, die Köln zum Zentrum des europäischen Kunsthandels hätte machen können. Kurzfristig musste auch diese doch noch abgesagt werden, wie schade!

Zum Glück für die Stadt beherbergt sie auch bedeutende Auktionshäuser. So bleiben wenigstens dort die Kunstauktionen übrig, die in diesen schweren Tagen ein bisschen Licht in das Dunkel bringen.

Wir sprachen aus diesem Anlass mit Professor Henrik Hanstein, Chef des Kunsthauses Lempertz, des weltweit ältesten Auktionshauses in Privatbesitz, und haben das Gespräch als Video beigefügt. Ein Klick hier und Sie sehen unseren Film, der mit freundlicher Unterstützung der IHK zu Köln entstand. Henrik Hanstein zieht denn auch für seine Branche eine – trotz Corona – erstaunlich positive Bilanz: Die Auktionen liefen gut, der normale Kunsthandel hingegen täte sich enorm schwer, weil eben die Kunstmessen fehlten. Und diese wiederum seien insofern so enorm wichtig, weil der Kunsthandel längst zu über 50 Prozent von ihnen lebe.

Den Erfolg seiner eigenen Branche erklärt Hanstein wiederum mit der schon vor geraumer Zeit konsequent durchgesetzen Digitalisierung des Angebotes: Schon längst liefen über zwei Drittel, wenn nicht sogar drei Viertel über Online Portale. Das sei ein enormer Vorteil, der sich nun bewähre.

Galerien und Messen hätten das hingegen bisher in dieser intensiven Weise noch nicht umgesetzt – und das wirke sich nun erst mal negativ aus: Da müsse man drigend nachbessern.

Hanstein glaubt wiederum, dass Corona bei den Museen den Trend zur Digitalisierung zum Durchbruch verhelfen werde.

Dennoch bekräftigt er, dass nichts über den „realen“ Besuch eines Museum oder einer Ausstellung ginge – so wie bei der Musik, wo ja auch eine gute CD nicht das Erlebnis des Konzertsaals ersetzen könne!

Und natürlich nicht zu vergessen: sein Ausblick auf ein absolutes Highlight des deutschen Kunsthandels, die bevorstehende Versteigerung eines Bildes von Georges de la Tour: „La Fillette au Brasier“ am 8.Dezember:

DANN und DAMIT ist Köln Zentrum des internationalen Kunsthandels

also der Nabel der Welt, so, wie wir es doch alle hier und da ein bisschen mögen …

aber sehen und hören Sie am Besten jetzt selbst rein in das Gespräch: es lohnt sich!

mit besten Grüßen für ein angenehmes Wochenende

und bleiben Sie gesund!

Ihre

Dr. Hildegard Stausberg